Bedingt einsatzbereit?
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- Kategorie: Journalismus
- Veröffentlicht am Montag, 16 Januar 2012 22:19
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WITTENBERG - Das Technische Hilfswerk (THW) in Wittenberg hat nicht nur ein Problem. Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht sinkt die Zahl der Aktiven weiter, die Abwanderung vieler junger Menschen hat in der Vergangenheit schon für Schwierigkeiten in der Teamstärke gesorgt. "Wir sind von 31 Leuten runter auf 17", erklärt der stellvertretende Ortsverbandschef Kai Krismann aus Gräfenhainichen das Dilemma. Konnte man früher mit einer Verpflichtung beim THW für einige Jahre noch dem ungeliebten Wehrdienst entfliehen, ist diese Rekrutierungsmöglichkeit spätestens seit dem Aussetzen des Wehrdienstes gestorben. Die Folge ist ein erheblicher Personalmangel, beim Einsatz am Erdrutsch von Riestedt im letzten Jahr konnten von 15 angeforderten Helfern aus Wittenberg nur sieben entsandt werden.
Über die Alternative zur Bundeswehr kam auch Krismann vor Jahren zum THW - und ist dabeigeblieben. "Der Umgang mit der Technik ist einerseits erfüllend - und auch die Leute hier sind über die Jahre wie eine zweite Familie geworden", begründet er seinen damaligen Entschluss. Das Interesse zu helfen sei Grundvoraussetzung für den Dienst im THW, assistiert ihm der Leiter des Ortsverbands Bernd Hildebrandt. Nach einer halbjährigen Grundausbildung, die während der Dienste jeden zweiten Sonnabend stattfindet, kämen dann Spezialausbildungen - teilweise an den zentralen Ausbildungseinrichtungen des Werkes bei Stuttgart und Bremen. Kettensägenschein, Hebezeug-Einweisung, Beleuchtung - sogar der Lkw-Führerschein kann über das THW erworben werden, wenn dem Ortsverband die Mittel zugewiesen werden. "Da kann man auch viel in der zivilen Wirtschaft verwenden", lockt Hildebrandt. Leider sei das vielen Leuten nicht bekannt. In Wittenberg hat man sich in einer Fachgruppe "Beleuchtung" spezialisiert. Der dafür eingesetzte Lichtmast kann große Bereiche ausleuchten - bis zu zehn Meter hoch steht ein mobiler Flutlichtmast bei Wind und Wetter zur Verfügung, um mit sechs Mal 1 500 Watt eine Strecke von bis zu 150 Metern taghell zu bestrahlen. Doch nicht nur technischen Dienst kennen die THW’ler. "Ich koche für mein Leben gern - und mache das hier auch gern für die Kameraden", berichtet Christian Röber aus Bad Schmiedeberg.
Damit will er junge Mädchen und Frauen zum Ehrenamt ermutigen: "Die kochen nicht nur Kaffee." "Ich werde genauso behandelt, wie alle anderen", gibt ihm Jugendbetreuerin Monique Kappel recht. Die Pretzscherin bildet derzeit 15 Jugendliche aus, darunter zwei Mädchen.










