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Hundertwasser hilft studieren

WITTENBERG - Fleiß zahlt sich aus - und das seit kurzem an der Wittenberger Hundertwasserschule auch im besten Sinne des Wortes. Der Förderverein des Gymnasiums unterstützt seit diesem Schuljahr Elaine Barth, deren Engagement und Ehrgeiz während der Abiturzeit jetzt mit einem zweijährigen "Hundertwasser-Stipendium" geehrt wird. Monatlich erhält die Studentin 100 Euro. "Davon kann ich die Mitgliedsgebühren in einer Studentenvereinigung bezahlen und manch teures Fachbuch dafür kaufen und muss nicht ständig in der Bibliothek auf der Warteliste stehen", erzählt die 20-Jährige aus Ogkeln, die an der Berliner Humboldt-Universität Betriebswirtschaftslehre studiert.

 

"Dann erfüllt das Stipendium ja voll und ganz seinen Zweck", sagt Anja Aichinger, Lehrerin am Luther-Melanchthon-Gymnasium und Vorsitzende des Fördervereins. Die 38-Jährige will damit nicht nur das außerschulische Engagement ihrer Schüler befeuern, sondern diese auch zu Konzeptionierung und Planung des weiteren Lebensweges anregen.

Elaine Barth hat das getan, sich einen Plan für das Studium zurechtgelegt. "Jetzt werden die Grundlagen gelegt, ab dem dritten Semester wird dann vertieft", berichtet sie. Ins Marketing soll die Reise gehen, mit Hilfe ihrer älteren Kommilitonen kann man da manche Klippe im unübersichtlichen Uni-Dschungel vermeiden - und durch die Aufnahme in einem Mentoring-Programm steht der jungen Frau auch ein erfahrener Absolvent zur Seite, der die ersten Kontakte ins Berufsleben vermitteln kann - sei es über Praktika, Empfehlungen oder einfach das Netzwerken mit den richtigen Ansprechpartnern.

Für Anja Aichinger ist das Musik in ihren Ohren - will doch auch sie, dass Elaine Barth im Umkehrschluss auch hin und wieder an ihrer alten Schule ihre Erfahrungen weitergibt, ein Netzwerk von Abiturienten und Studenten schwebt ihr vor. "Ähnlich wie die Alumni-Vereinigungen im englischsprachigen Raum", knüpft die Englisch- und Deutschlehrerin an ihre eigenen Erfahrungen an. Das fünfte Semester plant Elaine Barth dann im Ausland zu verbringen, die New York University schwebt ihr vor - als Partner-Hochschule der Humboldt-Uni sollte das kein Problem sein. Damit schließt sich der Kreis für den Hundertwasser-Preis: "Der Künstler war ja auch ein Kosmopolit, und so wollen wir die internationale Ausrichtung des Stipendiaten auch fördern", erklärt die Lehrerin. Am Ziel soll dann für ihren ehemaligen Schützling ein Master-Abschluss im internationalen Marketing oder Management stehen. Barths Praktika und Auslandsaufenthalte sollen dabei spezifisch auf dieses Ziel hin ausgerichtet sein.

Bei der Vergabe der Förderung tat sich der Förderverein schwer. "Wir haben tolle Abiturienten", schwärmt Aichinger von ihren Abschlussklassen. Außerschulisches Engagement gepaart mit Eigeninitiative sieht sie bei vielen - angefangen von den Schulhostessen, die Touristen durch die Schule führen bis hin zur Theatergruppe zählt sie Projekte auf, die eben nicht auf dem klassischen Lehrplan stehen. "Da fiel die Auswahl schwer", berichtet sie. Für die Finanzierung des Stipendiums arbeitet der Förderverein eng mit der "Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung" in Wien zusammen. Mit der Finanzspritze schließe sich auch der Kreis der Talentförderung: Luther, Melanchthon und Hundertwasser - umrahmt vom Förderverein als Motor der Schule.

Hintergrund - drei Preise:

Drei großen Namen , drei Traditionslinien folgt das Wittenberger Gymnasium: Martin Luther wird mit dem Martinspreis gedacht, er wird an Schüler mit besonderem sozialen Engagement vergeben - und das auch nicht in jedem Jahr. An Philipp Melanchthon dachten die Initiatoren bei der Auslobung der "Dichterkrone" - dem "Lehrer Deutschlands" und großen Hüter der deutschen Sprache hätte das sicher gefallen. Die Ehrung wird in diesem Jahr Teil der Landesliteraturtage sein, die im Herbst in Wittenberg stattfinden. Friedensreich Hundertwasser gibt dem Stipendium von Förderverein und Wiener Privatstiftung seinen Namen. Das Geld soll genutzt werden, um die akademische Ausbildung auch auf internationaler Basis zu erleichtern. "So ein Studium ist teuer - und da soll es nicht ständig am Geld scheitern", erklärt die Fördervereinschefin Anja Aichinger.

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